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Kultur 11.03.2010
-
 
Viel kultivierter Geist in der fast leeren Flasche
Osnabrück.
Von Christine Adam
 
Man merkt sie ihm an, seine Faszination für die Welten Thomas Manns zwischen weltmännischer Eleganz und Morbidität. „Der Zauberberg“ des Literaturnobelpreisträgers hätte für John von Düffels neues Buch „Hotel Angst“ Pate stehen können. Doch für einen Roman war sein Stoff wohl zu schmal und der Anlass zu persönlich: Denn die kurze Erzählung leistet auch ein Stück Trauerarbeit um den gestorbenen Vater. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
Persien und die Emanzipation
Osnabrück.
Von Ralf Döring
 
Noch ist das Premierenfieber niedrig. Aber es sind ja noch ein paar Tage, bis die Oper „Neda – Der Ruf“ im Theater am Domhof uraufgeführt wird. »
 

Kultur 11.03.2010
-
 
„In der Türkei bin ich eher ein Exot“
Essen.
Von Ralf Döring
 
Fazil Say wandelt als Pianist zwischen Klassik und Jazz. Als Komponist verbindet er türkische und westliche Musik. Das Konzerthaus Dortmund hat ihm in einer „Zeitinsel“ vier Abende gewidmet. Höhepunkt ist am Samstag die Uraufführung der „Istanbul Sinfonie“. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
Zwischen Ironie und Coolness
München.
Von Marcus Tackenberg
 
Jerry Cotton kehrt nach mehr als 30 Jahren in die Kinos zurück. Doch anders als bei den hölzernen Verfilmungen mit George Nader (1965–1969) will der aktuelle Streifen über den drahtigen FBI-Agenten kein reiner Thriller sein. Parodie und Hommage auch nicht. Die unorthodoxe Gratwanderung zwischen den Genres ist erfrischend mutig, wenn auch gewöhnungsbedürftig. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
Auf dem 17. Album das Abc gelernt
 
Die Band Chumbawamba hatte immer eine Vision: Ihre Musik sollte nicht nur Vehikel für politische Ansichten sein, sondern sinnlich erlebbar. So entstanden kritische Songs wie „Timebomb“ oder „Tubthumpuing“, das 1997 die Charts stürmte. „ABCDEFG“ heißt jetzt das 17. Album, das zum Folk tendiert, aber nicht mit herrlichen Chumbawamba-Melodien geizt. Begleitet von akustischen Gitarren, Streichern, Bläsern und Perkussion, rücken die Stimmen in den Vordergrund – solo, im betörenden weiblichen Duett, im gemischten Vierer, bisweilen a cappella. Da wird gleich Brecht zitiert: „Werden wir in dunklen Zeiten noch singen?“, fragt er. „Natürlich“, ist die Antwort, „wir werden über die dunklen Zeiten singen.“ Dazu gehört das Störmanöver eines KZ-Überlebenden anlässlich einer Wagner-Aufführung in Israel genauso wie die im flockigen Swing vorgetragene Anklage gegen Metallica-Frontmann James Hetfield, der sich positiv darüber äußerte, dass mit seiner Musik in Guantánamo gefoltert wurde. Es geht um die Macht und Kraft der Musik; daher sind die typischen Kontraste zwischen locker und ernst bis schwarzhumorig wieder besonders reizvoll. thb »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
2400 Jahre alt – und noch aktuell
Osnabrück.
Von Jan Kampmeier
 
Zwei großen Leidenschaften geben sich Männer gerne hin: den Frauen und dem Krieg. Das war vor etwa 2400 Jahren so, als der griechische Dichter Aristophanes seine Komödie „Lysistrata“ schrieb. Darin verweigern sich die Frauen ihren Männern so lange, wie die den Krieg nicht beenden. Die Männer können sich also nur noch mit ihren Frauen oder auf dem Schlachtfeld austoben, beides jedoch geht nicht mehr. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Drei Schlitzohren mit Bombentalent
Bad Iburg.
Von Thomas Hitzemann
 
Geklatscht wurde bei den Kammerkonzerten im Iburger Schloss schon immer. Aber so viel gelacht wie bei dem 308. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Die Sehnsucht alter Männer
Osnabrück.
Von Oliver Schmidt
 
Philip Roth hat einen neuen Roman geschrieben. Einmal mehr erzählt der 76-Jährige von einem alten Mann, den das Schwinden seiner Kräfte in obsessive Liebe zu einer jüngeren Frau treibt. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Willkommen im Massengrab
Osnabrück.
Von Uta Biestmann-Kotte
 
Eine Brücke von Ödön von Horváth zur Jetztzeit schlug Regisseur Reinhard Duhme mit seiner Inszenierung von „Glaube Liebe Hoffnung“ in der Probebühne. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Rebellion im Klassenzimmer
Osnabrück.
Von Anne Reinert
 
Heinrich von Kleist teilt seinen Lesern nicht mit, wie sein „Michael Kohlhaas“ in der gleichnamigen Erzählung aussieht. Der Kohlhaas 2010 dagegen lässt sich genau beschreiben: Er trägt einen Cowboyhut und einen Anzug mit geripptem T-Shirt darunter. Das Revoluzzertum ist diesem Michael Kohlhaas schon rein äußerlich anzusehen. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Nicht noch ein Label!
Von Stefan Lüddemann
 
Kleben wir jetzt einfach noch eine Plakette an die Akropolis? Das eigene Label, mit dem nun auch noch ein Europäisches Kulturerbe gekennzeichnet werden soll, ist schlicht überflüssig. Und das nicht nur, weil die Liste des von der UNESCO ausgewiesenen Welterbes inzwischen auf unüberschaubare Länge angewachsen ist. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Wo die zerstörten Menschen wohnen
Berlin.
Von Stefan Lüddemann
 
Der Mikrokosmos ist winzig, aber deshalb noch lange kein Idyll. In jeder Falte seiner gewundenen Binnenstruktur nistet eine neue Furchtbarkeit. Das Kriegsressentiment der Großväter, Männer, die ihre Frauen quälen, verstummte Kinder, eine Atmosphäre der Langeweile, die sich regelmäßig in Brutalitäten entlädt: In Herta Müllers „Niederungen“ ist das Dorf so übersichtlich und zugleich entrückt wie auf einem Bild Marc Chagalls. Wo Chagall mit pastelliger Poesie Heimat beschwört, entdeckt Müller hingegen nur den unentrinnbaren Horror. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Jetzt erst recht: „Das weiße Band“
 
Dank Goldener Palme, Europäischen Filmpreises und Golden Globe ist das DVD-Cover zum „Weißen Band“ mit Preissignets schon ziemlich vollgedruckt. Trotzdem hätte man Michael Hanekes Film auch den Oscar gewünscht . Schließlich sorgt gerade der Academy Award nicht nur für Ruhm, sondern auch für Publikum. Hanekes Film sind so viele Zuschauer wie nur möglich zu wünschen , weil er nicht nur gut, sondern auch wichtig ist. Besser als jedes Geschichtsbuch schildert er das gewaltschwangere Klima vor dem Ersten Weltkrieg. Haneke erzählt von rätselhaften Gewalttaten in einem norddeutschen Dorf und knüpft dabei ein Gewebe fürchterlicher Gegensätze. Soziales Miteinander bedeutet hier Abhängigkeit und Aggression, Fürsorge ist gleichbedeutend mit Strafe und Unterwerfung; und im titelgebenden Band wird Moral zur Stigmatisierung. Die Spannungen des Stoffs prägen auch die Erzählung: Haneke trifft Aussagen, indem er Fragen aufreißt. Seine Provinzstudie entwickelt das Ganze aus dem Detail, ein Weltbild aus dem Mikrokosmos. Und als „deutsche Kindergeschichte“ – so der Untertitel – beschreibt der Film Herr schaft am Beispiel der Ohnmächtigen. Über Warner Home Video wird „Das weiße Band“ jetzt als lohnende Doppel-DVD vertrieben; das Bonusmaterial bietet mit drei Dokumentationen zu Dreharbeiten, Regisseur, und dem Festivalerfolg in Cannes viel Hintergrund. Neben der DVD ist auch ein Filmbuch erschienen, in dem das Skript um Fotos und Zeichnungen von Haneke ergänzt wird. dab »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Hässliches Gezerre
Von Stefan Lüddemann
 
Nirgends sieht die Welt des Bauhauses so optimistisch und aufgeräumt aus wie auf den Bildern Oskar Schlemmers. Und nirgends sonst bietet die Situation eines Künstlernachlasses ein hässlicheres und chaotischeres Bild als eben bei diesem Mann. Dass die Versteigerung eines schlichten Holzhauses zur Groteske verrutscht, hat symptomatischen Charakter: Der Fall verweist auf das hässliche Gezerre, in das sich Nachkommen und ein Anwalt unrettbar verstrickt haben. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Grüße aus Südafrika
Osnabrück.
Von Elke Schröder
 
Der eine ist Rugby-Fan und Mozart-Liebhaber, der andere Schach-Freund und Jazz-Hörer: Gemeinsam sind der südafrikanische Bestsellerautor Deon Meyer und der deutsche Schauspieler Dietmar Mues derzeit auf Lesereise durch Deutschland – dabei müssen sie auch Fragen zur Fußball-WM in Südafrika beantworten. So bei ihrer zweiten Station am Wochenende in Osnabrück. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Party mit wütenden Küchenschaben
Osnabrück.
Von Marcus Tackenberg
 
Die Osnabrücker könnten stolz darauf sein, dass Tito & Tarantula ausgerechnet die Hasestadt als zweite Heimat bezeichnen und liebend gern hier auftreten. Die Sympathie scheint jedoch am Freitagabend – gemessen an der Zuschauermenge – nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen: Im Rosenhof ist jedenfalls noch Platz. Schade, denn die Gekommenen erleben und feiern einmal mehr ein magisches, cooles Konzert der durch den Splattermovie „From Dusk Till Dawn“ weltbekannten Kultband. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Von Elefanten und Wölfen
Osnabrück.
Von Jan Kampmeier
 
Der Elefant Babar ist noch klein, da wird seine Mutter erschossen. Babar geht in die Stadt und zieht zu einer alten Dame, die ihm einen Anzug und ein Auto kauft und mit ihm Gymnastik macht. Später erscheinen zwei Freunde Babars mit ihrer Mutter und holen ihn zurück in den Dschungel. Dort wird Babar neuer König und heiratet seine Freundin Celeste. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Posers brasilianische Lässigkeit
Osnabrück.
Von Martina Binnig
 
Florian Posers musikalische Heimat ist Brasilien. Mit seinem Quintett „Brazilien Experience“ war der Jazz-Vibrafonist vor zwei Jahren zu Gast im Lutherhaus. Jetzt trat er dort wieder auf – diesmal jedoch mit seinem Florian Poser Vibes Trio und Cezary Paciorek am Akkordeon. Akkordeon? Wer dabei an Seemannslieder denkt, ist reichlich falsch gewickelt. Und auch mit Zigeunerjazz oder argentinischem Tango hat das Akkordeonspiel Pacioreks nicht viel zu tun. Der polnische Ausnahmemusiker behandelt sein Instrument virtuos wie ein Saxofon und testet in waghalsigen Improvisationen tonale Grenzen aus. Manchmal weht ein bisschen französische Musette-Melancholie hinein, doch in erster Linie spielt das Quartett Mainstream-Jazz auf allerhöchstem Niveau: Standards etwa aus dem Great American Songbook, Latin- Nummern und Eigenkompositionen wechseln sich effektvoll ab. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Sprechen Sie Deutsch?
Los Angeles.
Von Daniel Benedict
 
Christoph Waltz ist ein Superstar, Michael Haneke geht lächelnd leer aus. Das ist die Oscar- Bilanz aus deutscher Sicht. Die internationale Lesart: Kathryn Bigelow trium phiert über „Avatar“ und das Fachurteil über den Kommerz. »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Wegwerf-Kinder aus dem Müllberg
Osnabrück.
Von Uta Biestmann-Kotte
 
Aus einem Berg abgelegter Kleider und Plastiktüten gräbt sich ein Junge ans Tageslicht. „Weiße Enten! Vögel! Licht!“ Wie Ronja Räubertochter muss Litchi schreien, wenn das Leben etwas freundlicher aussieht. Oder er schnüffelt Klebstoff und tanzt zur „Captain Future“-Musik aus dem Megafon. Kiwi ist da anders. Sie hat eine „blaue Zunge“, mit der sich Gefühle gut verschlucken lassen. Wenn aber das erträumte Haus auf der Leinwand hinter ihr flimmert, ist das die Projektion eines gemeinsamen Wunsches vom warmen Zuhause. »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Der sanfte Poet und sein Zaubergarten
Münster.
Von Stefan Lüddemann
 
Zehn Jahre „Graphikmuseum Pablo Picasso“: Das Münsteraner Haus zündet im Jubiläumsjahr mit drei höchstkarätigen Ausstellungen seine funkelnde Festbeleuchtung. Erstes Glanzlicht: Miró! »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Heiteres Melodienraten
Osnabrück.
Von Ralf Döring
 
Früher war alles besser, auch die Zukunft des Jazz. Während manch einer heute unkt, die Entwicklung sei an einem toten Punkt angelangt, mussten die Musiker des vergangenen Jahrhunderts ja nach dem Bebop nur den Cool erfinden, aus dem Hardbop den Freejazz entwickeln und mithilfe der Elektronik den Fusionjazz und so weiter. Heute hingegen wabert der Jazz schon rein begrifflich im Ungefähren: Was heißt schon Mo derne? Postmoderne gar? Nu Jazz? Und vor allem: Wie geht’s weiter? »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Die Power kommt zum Schluss
Osnabrück.
Von Tom Bullmann
 
Tommy Schneller motiviert das Publikum: „So, nun gebt euch mal ein bisschen Mühe beim Spaßhaben“, sagt er mit seinem trockenen Humor. Dabei haben die Zuschauer durchaus Spaß, denn 5 Live, die Band, mit der Schneller im Haus der Jugend auftritt, hat den Powerblues. Mit massivem Hammond-Einsatz, quirligen Gitarrenläufen und satten Bläsern verziert das Quintett den Blues, der an dem Abend mal wieder aus verschiedenen Perspektiven durchleuchtet wird. »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Tanz auf fremden Tischen
Osnabrück.
Von Anne Reinert
 
Ein Gast muss höflich sein. So ziehen sich die Besucher ihre Schuhe aus, bevor sie in das schmucke Einfamilienhaus in Pye eintreten. Im Haus werden sie dafür von freundlichen Gastgebern und wohliger Wärme empfangen. »
 
Kultur 08.03.2010
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Vokale Sirenen und Gitarren
Osnabrück.
Von Jan Kampmeier
 
Die Wise Guys sind ein Erfolgsmodell: Vor ein paar Monaten gastierten sie zuletzt in dieser Stadt. Jetzt stellten sie ihr neues Album „Klassenfahrt“ vor – mal wieder vor vollem Haus. »
 
Kultur 06.03.2010
-
 
Warten auf die Enthüllung
Osnabrück.
Von Tobias Sunderdiek
 
„And the Oscar goes to . . .“: In der Nacht zu Montag werden in Los Angeles zum 82. Mal die „Academy Awards“ verliehen, wie die „Oscars“ offiziell heißen. Zeit für einen Countdown, aber auch, um ein paar Prognosen zu wagen. »
 
Kultur 06.03.2010
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Whiskey, Weiber und Wehmut
Osnabrück.
Von Reinhard Westendorf
 
Je härter das Leben, desto sanfter die Lieder. Diese Erkenntnis vermitteln viele Porträts von Musikern und Sängern, insbesondere im Spielfilm. Im Unterschied zu dramatisierten, authentischen Künstlerbiografien wie „Ray“ oder „Walk the Line“ basiert „Crazy Heart“ auf einer fiktionalen Vorlage, dem gleichnamigen Roman von Thomas Cobb. »
 
Kultur 06.03.2010
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Schräges Spiel mit Kaltem Krieg
Osnabrück.
Von Frank Jürgens
 
George Clooneys neuester Film „Männer, die auf Ziegen starren“ trägt nicht nur einen seltsamen Titel, sondern erzählt auch eine total unglaubliche Geschichte. Die basiert aber tatsächlich auf dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten Jon Ronson. »
 
Kultur 06.03.2010
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Dem Original sehr nah
Osnabrück.
Von Martina Binnig
 
Manche Musiker tun alles dafür, um unverwechselbar zu klingen. Andere versuchen, genau das zu vermeiden, und legen es sogar darauf an, verwechselt zu werden. So wie Annette Krossa, Jolanta Sylvia Zimnik, Ric Engelhardt und Sebastian Gurgel. Die wollen allerdings nicht einfach wie irgendjemand anderes klingen, sondern wie die Frontformation von ABBA höchstpersönlich. Und das möglichst perfekt. »
 
Kultur 06.03.2010
-
 
Politisch ganz wider Willen
Osnabrück.
Von Ralf Döring
 
Eigentlich versteht sich Nader Mashayekhi als unpolitischen Menschen. Gleichzeitig kann er sich aber der Realität in seiner Heimat nicht verschließen. Deshalb heißt seine Oper, die nächsten Samstag im Theater am Domhof uraufgeführt wird, „Neda – der Ruf“. »
 
Kultur 06.03.2010
-
 
Der linkisch-fränkische Heuschrecken-Jäger
Osnabrück.
Von Uta Biestmann-Kotte
 
Arme hoch, Brust raus und brav wiederholen: „Ich bin ein Witz!“ Soft Skills für BWL-Krawattenträger in Mathias Tretters Humorseminar – natürlich mit Handyverbot. Tretter, der linkisch-fränkische Heuschrecken-Jäger im Nadelstreifenanzug, weiß schon, wie er seine Lieblingsfeinde am besten quälen kann – in seinen Augen neben Sex, Drogen und Pomerol immerhin die größte Geißel der Gesellschaft. »
 
Kultur 05.03.2010
-
 
Eine neue Illustration für Alice
 
Die Handschrift zu seiner „Alice“-Geschichte bebilderte Lewis Carroll noch selbst. Die Fassung ist erhalten und belegt: Er schrieb besser, als er zeichnete. Für den Druck engagierte er John Tenniel, dessen Illustrationen bis heute gültig, kanonisch und erste Wahl sind. Trotzdem haben sich seit der Erstausgabe 1865 über 200 Künstler in das Wunderland begeben. Beim Knesebeck Verlag erscheint passend zur Neuverfilmung eine neu illustrierte Ausgabe des Australiers Robert Ingpen. Seine Alice ist eine kleine Rothaarige, die halb den Originalillustrationen von Tenniel verpflichtet ist und halb dem weichgezeichneten Schönheitsideal der späten 70er. Ingpen zeigt sie als pausbäckiges, ländliches Kind und vorzugsweise als Staunende mit aufgerissenem Mund. Das Wunderland und seine Bewohner schildert der preisgekrönte Illustrator mit Liebe für das Naturalistische im Fantastischen; er variiert schwarz- weiße und farbige Zeichnungen, Einzelfiguren und Tableaus, die er gern in warmen Farbnebel taucht. Im Nachwort denkt der Zeichner noch einmal über Tenniels Originalbilder nach. Sein Fazit: „unverzichtbar“. dab »
 
Kultur 05.03.2010
-
 
Kinos zwischen „Alice“ und „Avatar“
dab Osnabrück.
 
Seit James Camerons „Avatar“ am 17. Dezember angelaufen ist, füllt er die Kinos. Der Erfolg übertrifft die Erwartungen und bringt die Konkurrenz in Bedrängnis. Auch wenn der Blockbuster eine Welle der Kino-Digitalisierung brachte – bislang sind erst rund 500 Säle 3-D-fähig. Wegen der hohen Kosten haben viele Kinobetreiber nur einen Saal aufgerüstet; bei mehreren 3-D-Starts wird es eng. Gerade jetzt ist das der Fall. »
 
Kultur 05.03.2010
-
 
Kampf der Titanen
Von Daniel Benedict
 
Auf der Leinwand wird gekämpft – und um die Leinwand wird gekämpft. Mit der Aufrüstung der 3-D-Kinos verschärft sich eine Situation, die den Kinomarkt seit Langem beherrscht. Immer mehr Filme, die mit immer größerem Aufwand produziert werden, konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. »
 
Kultur 05.03.2010
-
 
Auf Augenhöhe mit dem Tier
Osnabrück.
Von Tom Bullmann
 
Ein weißer Königspudel posiert wie eine Diva, zwei deutsche Schäferhund bilden eine heitere Biergartengemeinschaft, und ein Windhund blickt gelangweilt über die Schulter, als wolle er sagen: „Was willst Du denn? Lass mich gefälligst in Ruhe!“ »
 
Kultur 05.03.2010
-
 
Am besten verrückt! Oder?
Osnabrück.
Von Daniel Benedict
 
Für Tim Burton ist das Kino der Ort einer nie endenden Kinderfantasie. Eigentlich ideal für eine Adaption von „Alice im Wunderland“. Das Resultat zeigt allerdings: Es ist nicht leicht, verrückter als Lewis Carroll zu sein. »
 
Kultur 04.03.2010
-
 
Statik gewordene Kunst, übersetzt in bewegte Bilder
dö Osnabrück.
 
Architektur und Film, das klingt zunächst einmal recht widersprüch lich. Wie sollen aus Statik gewordener Kunst bewegte Bilder entstehen? Doch das geht. Nicht nur in Filmen, die Architektur in ihre Kunstsprache mit einbeziehen, sondern in Dokumentationen, die sich der Architektur und ihren Schöpfern widmen. »
 
Kultur 04.03.2010
-
 
Mörder im Wohnzimmer
FRANKFURT/MAIN.
Von Christian Huther
 
Er war ein Zyniker ohnegleichen. „Ich liebe das Leben“, behauptete er in einem Bildtitel von 1967. Das Ölbild hält emotionslos einen Amoklauf fest: Ein Mann mit Gewehr stürmt in ein Wohnzimmer. Das erste Opfer hat er aus der Ferne getroffen, das zweite Opfer liegt vorne und blutet. Kein schönes Bild; von der Liebe zum Leben merkt man nichts. Uwe Lausen nahm mit dem harmlosen Bildtitel die Bluttat zurück, er ließ sich nur ungern festlegen. »
 
Kultur 04.03.2010
-
 
Aphrodite lockt nach Hildesheim
 
Premiere im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum: Das Museum hat gestern die berühmte Marmorstatue der griechischen Liebesgöttin aus Paphos aufgestellt. Nach Museumsangaben wird die Statue erstmals in Deutschland präsentiert. Das 85 Zentimeter hohe Objekt aus hellem Marmor gehört zur europaweit einzigartigen Sonderausstellung „Zypern – Insel der Aphrodite“. Die Schau beleuchtet verschiedene Facetten der Entwicklung der zyprischen Göttin vom abstrakten Steinidol bis zu reich geschmückten Statuetten mit erhobenen Armen, sagte Museumssprecherin Kristina Zappen. Neben der Göttin der Schönheit werden mehr als 200 Exponate aus zyprischen Museen, dem Pariser Louvre und deutschen Zypern-Sammlungen, vom 13. März an gezeigt. Die Aphrodite-Statue ist eine Leihgabe des District Museums in Paphos und stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. „1955 fanden Taucher diese und weitere Statuen durch Zufall vor Paphos“, sagte die Projektkoordinatorin der Ausstellung, Britta Rabe. Dem Mythos zufolge verdankt Aphrodite ihre Geburt aus dem Meeresschaum dem blutigen Kampf zweier Götter-Generationen: Uranos, der Gott des Himmels in der griechischen Frühzeit, wurde bei der Auseinandersetzung entmannt, sein Geschlechtsteil ins Meer geworfen. Aus der weißen Gischt, die daraus entstand, entstieg die Göttin der Schönheit, Fruchtbarkeit und Liebe – die Schaumgeborene. In Paphos soll Aphrodite an Land gegangen sein. Die weiteren Exponate reichen von der Steinzeit bis zur römischen Kaiserzeit. Sie stammten von den verschiedenen Völkern, die auf Zypern gelebt haben, sagte Rabe. dpa »
 
Kultur 04.03.2010
-
 
Zu Besuch bei den schwarzen Riesen
Bottrop.
Von Stefan Lüddemann
 
Sie sehen aus wie verlassene Festungen nach der letzten Schlacht, wie riesige Öfen, in denen schon lange kein Feuer mehr gebrannt hat – die Bergwerke und Hüttenwerke der Industrieregionen. In Bottrop sind die Kolosse einer vergangenen Epoche nun als Bilderserie zu sehen. »
 
Kultur 04.03.2010
-
 
Cooler Jazz von seiner witzigen Seite
Osnabrück.
Von Ralf Döring
 
Seit ihn Miles Davis in seine Band holte, zählt Lee Konitz zu den großen Gestalten und Gestaltern des Jazz. Am Samstag kommt er ins Blue Note – zusammen mit dem Trio Minsarah um den Osnabrücker Jazz-Professor Florian Weber. »
 


 

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